Donnerstag, 1. Januar 2015

Kontrolliere deine Wut - oder wieso es manchmal gut ist sie auch zu zeigen

Ich habe einmal einen "Kurs" besucht in dem uns das Töpfern näher gebracht wurde. Ich kann mich heute nicht mehr an dich Technik erinnern die wir damals genau benutzt haben, kann aber erläutern was wir genau gemacht haben. So in etwa zumindest. Ist ja auch nur 9 Jahre her.
Es gab eine Technik, damit konnte man sein Werk wundervoll verzieren. Man hat die Farbe nicht einfach aufgetragen. Aber ich kann mich eben auch nicht mehr genau daran erinnern, wie es genau abgelaufen ist. Entweder wurde dabei Wasser benutzt oder eine andere klare Flüssigkeit. [Vielleicht aber auch ohne Flüssigkeit] Diese hat man dann per Hand in den (vorgebrannten?) Ton eingearbeitet.
Gearbeitet haben wir damals meine ich mit einem Stein und in zwei Durchgängen.

Weiß vielleicht jemand wie man das nennt, was ich versucht habe zu beschreiben? Polieren?

Ich entschied mich damals dafür eine kleine Obst_schale zu gestalten.
Bei Arbeiten dann zerbrach mein Machwachwerk dann in immer kleinere Teile. Innerlich hat mein Herz angefangen wie wild zu pumpen, doch äußerlich blieb ich cool und gelassen. Wut ist ja auch nichts mit dem man hausieren gehen sollte/muss. Um mich herum waren meine Töpferkollegen beeindruckt wie ruhig ich doch blieb. Sie könnten das wohl nicht. Die Gruppenleiterin meinte dann immer, dass ich sehr wohl wütend sei und es mir nur nicht zugestehen wolle es zu zeigen, obwohl das vollkommen natürlich wäre. Und sie hatte Recht. Mir wäre etwas anderes in dieser Situation wirklich lieber gewesen.
Ich hätte so gerne mit der Faust auf den Tisch geschlagen oder einfach mal einen grimmigen Laut von mir gegeben. Aber nein, dass wäre ja unfein gewesen. Stattdessen wallte es in mir und meine Wut staute sich richtig auf. Das einzige was ich mir wohl erlaubte war eine Faust zu machen, bevor ich dann die Scherbe zur Seite legte um an meiner immer kleiner werdenden Schale weiter zu arbeiten. Daran wie es danach mit meiner Wut weiter ging kann ich mich nicht erinnern. Die Scherben habe ich mit nach Hause genommen. Mittlerweile besitze ich allerings keine mehr davon.

Heute weiß ich, dass es in Ordnung ist, wenn man sich über etwas ärgert und seine Wut auch mal zeigt. Irgendwo finde ich es befreiend eben nicht alles "in mich hinein zu fressen".
Quicken, schreien, schnauben, Mit dem Fuß aufstampfen oder auch gegen eine Wand schlagen. Wir haben gelernt, dass man das eigentlich nicht macht. Aber manchmal sollte man es sich erlauben. Man will ja immerhin nicht irgendwann vor Wut in die Luft gehen oder es so weit kommen lassen, dass einem der Kragen platzt.

Manchmal muss man einfach mal mit der Faust auf den Tisch schlagen.

Und nein, ich bin kein Schläger und verhaue ständig unschuldige Wände oder Möbelstücke.

Wie seht ihr das? Wut runter schlucken oder auch mal eine Runde Dampf ablassen?

1 Kommentar:

  1. Das gegen die Wand schlagen sollte man aber vielleicht doch lieber lassen, es sei denn man hat schön harte Wände :D mein Exfreund hat mal gegen ne Tür geschlagen vor Wut und die hatte dann eine heftige Delle, ziemlich dumm :DDD
    Aber ein interessanter Post =)

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